Als der französische Sattlerjunge Louis Braille im 18. Jahrhundert die Blindenschrift erfand, war ihm klar, dass blinden Menschen ab dieser Zeit der Zugang zur Literatur ermöglicht und die Bildung dadurch stark verbessert wurde. Was er aber nicht wissen konnte ist, dass die Blindenschrift heute ein Weltkulturerbe ist und moderne Brailledrucker nicht nur Text, sondern auch taktile Grafiken drucken können. Wenn auch manch einer der Überzeugung ist, die Brailleschrift sei ausgestorben, zeigen Studien das Gegenteil. Denn nur das Lesen mit den Fingern ermöglicht ein konzentriertes Aufnehmen von Informationen und kommt dem Lesen mit den Augen am Nächsten. Der Zuwachs vieler verschiedener Braillegeräte ist ebenfalls kein Zufall und die Nachfrage steigt stetig an. Hinzu kommt die Tatsache, dass viele blinde Menschen lieber ein Blatt Papier vor sich haben, als eine Braillezeile und beispielsweise Stichpunkte für Vorträge gerne ausdrucken.

Die Geschichte

Braille- oder Punktschriftdrucker gibt es seit einigen Jahrzehnten und sorgen dafür, dass kleinere Druckvolumen möglich wurden, die man ansonsten nur hätte mit einer Punktschriftbogenmaschine in Handarbeit erstellen müssen. Im Prinzip handelt es sich um Matrixdrucker, die auf verschiedene Weise das Papier stanzen und durch Führungsmulden dafür sorgen, dass es nicht reißt. Über die Jahre gab es verschiedene Prägeverfahren, wie das gleichzeitige Drucken der auf einer Zeile vorhandenen horizontalen Punkte, sowie bewegliche Druckköpfe, die in beide Richtungen jeweils einen Teil des Braillezeichens drucken. Elektronische Punktschriftmaschinen ergänzten schließlich das Angebot und konnten sogar eigenständig als Schreibautomaten verwendet werden. Bis auf wenige Ausnahmen sind Brailledrucker sehr umfangreiche Geräte, die Platz benötigen und im Betrieb sehr geräuschvoll zu Werke gehen. Ein Lärmschutzschrank ist bei vielen Geräten sinnvoll. Heutige Modelle verfügen über USB-Anschlüsse, sowie drahtlose Verbindungsmöglichkeiten. Auch das Drucken mit Smartphone und Tablet ist kein Problem, so dass die Anschaffung eines Brailledruckers auch heute sehr sinnvoll sein kann.

Früher war das anders, selbst in meiner Karriere im Hilfsmittelbereich kenne ich viele Fälle der Entsorgung ansonsten funktionsfähiger Brailledrucker. Der Grund dafür sind zumeist Platz- und Bedienungsprobleme, denn um sie anzusteuern, war entweder technisches Wissen nötig oder ein Lieferant, der mit dieser Materie vertraut ist. Heutzutage lassen sich viele Brailledrucker nicht weniger kompliziert anschließen, als ein gewöhnlicher Drucker. Allerdings reicht es nicht aus, eine Webseite oder Textdokument einfach auszudrucken. Wie das funktioniert, erfahren Sie auf der nächsten Seite.