Grafiken, Pläne und Zeichnungen sind besonders im Unterricht zur Vermittlung von Wissen wichtig und können Informationen schnell und unkompliziert transportieren. Blinde Menschen haben darauf jedoch keinen Zugriff, wenn diese grafischen Elemente nicht in adäquater Form angepasst werden. Während Blindenschulen einen großen Zeit- und Kostenaufwand in die Entwicklung spezieller Lehrmaterialien stecken, stellt genau dies inklusive Schulen vor große Herausforderungen. Wenig Geldmittel und unzureichende Erfahrungen sind zwei ungünstige Faktoren, die auf sehgeschädigte Menschen mit unterschiedlicher Restsicht und kognitiven Fähigkeiten treffen. Beschränken wir uns auf diese Personengruppe, müsste man für jeden Schüler eine eigene Darstellungsform finden und die Lehrer müssten sich intensiv mit der alternativen Darstellung auseinandersetzen, um diese auch detailliert erklären zu können. Eine rein taktile Grafik wäre folglich eine Barriere für sehende Menschen.

In Blindenschulen werden auch heute noch taktile Grafiken und Pläne tiefgezogen. Auf einer Vorlagenplatte wird mit verschiedenen Elementen ein taktiles Gebilde konstruiert, das anschließend über ein Vakuumsystem auf eine Folie übertragen wird, die zudem auch noch farbig bedruckt werden kann. Dadurch sind zwar einerseits sehr komplexe und organische Modelle möglich, andererseits ist diese Technik sehr aufwendig und bedarf neben viel Platz auch handwerkliches Geschick. Eine weitere Möglichkeit ist das Schwellpapierverfahren, das von Minolta in den 80er Jahren entwickelt wurde. Ein spezielles Papier wird zunächst mit einem Monochrom-Laserdrucker bedruckt und anschließend in einem speziellen Heizgerät einer hohen Temperatur ausgesetzt. Die schwarzen Stellen treten schaumartig aus dem Papier hervor und können ertastet werden. Optisch ist die monochrome Darstellung erkennbar, feine Verläufe sind aber schwer zu erfühlen, das gilt auch für angebrachte Punktschriftzeichen. Da wäre es doch eigentlich praktisch, wenn man einen grafikfähigen Brailledrucker mit einem Tintenstrahldrucker kreuzen würde, um beide Welten in einem Gerät miteinander zu verbinden.

ViewPlus hat genau diesen Weg beschritten und stattet die Schnelldrucker mit einem optionalen, monochromen Tintendruckwerk aus. Der SpotDot druckt zwar etwas langsamer, kann aber in einem Arbeitsgang sogar Farbausdrucke mit Braillegrafiken kombinieren. Mit dem im Lieferumfang enthaltenen Tiger Designer können diese neu erstellt oder verändert werden. Wahlweise erfolgt der Druck simultan, alternativ lässt sich eine Beschriftung in Großdruck oder mit Anmerkungen auf dem Tintenausdruck versehen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und eine Grafik ist selbst in einer Frühstückspause für die nächste Schulstunde schnell vorbereitet, nach etwas Einarbeitung versteht sich.

Ergänzend kann mit Iveo das System um ein interaktives Touchpad erweitert werden, das besonders Menschen mit motorischen Einschränkungen oder anderen Behinderungen bei der Wahrnehmung unterstützt. Auch bei komplexen Grafiken, bei denen die Blindenschrift verwirren würde, ist Iveo eine sinnvolle Ergänzung. Mit der zugehörigen Bearbeitungs-Software lassen sich die im TSS Designer erstellten Grafiken weiterverarbeiten und mit Informationen per Sprachausgabe oder sogar Audiodateien versehen. Über ein spezielles Codesystem lassen sich die in der Betrachtungs-Software eingebundenen Ergänzungsdateien sehr schnell einer auf Iveo befestigten Grafik zuordnen. Fühlt der Anwender über die taktile Grafik, geschieht zunächst nichts. Drückt er aber auf ein Element, wird dessen Zuordnung über den Lautsprecher des Computers ausgegeben. Wie wäre es beispielsweise mit einer Zeichnung von akustischen Instrumenten, die auf Berührung entsprechend ihrer Art erklingen? Oder eine Grafik mit verschiedenen Tieren, denen Tierstimmen zugeordnet sind?

All das wäre vor einigen Jahrzehnten nicht denkbar gewesen, heute aber ist diese Technik erschwinglich und sorgt dafür, dass Wissen einfach und schnell vermittelt werden kann. Schauen Sie sich einfach die verschiedenen Viewplus-Produkte an oder lassen Sie sich von mir beraten.